Kurzbiographie Ilse Hunger
22.05.1910 Geboren als drittes Kind der Eltern Curt und Hannelore Grimm in Leipzig
Schwester Melanie, Bruder Gerhard
Tod der Mutter
1925 Beginn einer Lehre als Stenotypistin
Kontakte mit dem "Bund freier Menschen", dort lernt sie auch Willi Hunger kennen. Kontakte zum "Bund proletarischer Lebensformen"
01.03.1928 Arbeit im Betriebsamt der Stadtwerke Leipzig
1929 Eintritt in die "Rote Hilfe" und die "Gewerkschaft des Zentralverbandes der Angestellten"
Teilnahme an der MASCH (Marxistische Arbeiterschule)
1933 Machtantritt der Faschisten
7.12.1933 fristlose Entlassung wegen ihrer politischen Betätigung
1935 Heirat mit Willi Hunger
Arbeit bei den "Röchling-Stahlwerken" und dem Leipziger Messeamt
1938 Bekanntschaft mit Kurt Gittel, dessen antifaschistische Widerstandsgruppe Ilse unterstützt, indem sie Flugblätter, Aufrufe etc. auf der Schreibmaschine ins Reine schreibt
1940 Geburt des Sohnes Werner, trotzdem weiterhin illegale Arbeit gemeinsam mit ihrem Mann Willi Hunger und der Gruppe um Kurt Gittel
17.7.1941 Festnahme von Ilse und Willi durch die Gestapo
Der Sohn Werner kann bei ihrer Freundin Liesbeth Hamann untergebracht werden
29.12.41 Anklage gegen die "Gruppe Gittel" durch den Oberstaatsanwalt beim Volksgerichtshof Berlin
27.01.1942 Verurteilung wegen "Vorbereitung zum Hochverrat"
Ilse wird zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, ebenso ihr Mann, während der Hauptangeklagt Kurt Gittels 10 Jahre Zuchthaus erhält
Haft im Gefängnis Klein-Meusdorf in Leipzig
11.8.1942 Überstellung in "Schutzhaft" nach Ravensbrück
Zwangsarbeit in der Kolonne "Luftmuna" gemeinsam mit der Kommunistin Rita Sprengel, nach einem Monat ist Ilse am Ende ihrer Kräfte
Durch die Unterstützung anderer politischer Häftlinge, wird sie in den politischen Block überstellt, und durch die Betreuung und Hilfe der Kameradinnen langsam wieder hochgepäppelt.
Zwangsarbeit im sogenannten "Arbeitseinsatz", einer Abteilung der SS-Verwaltung. Sie schreibt Transportlisten und Rechnungen für die Häftlingsbetriebe.
ab 1943 Wegen der Überfüllung des Lagers werden immer mehr Häftlinge fürVerwaltungsarbeiten im "Arbeitseinsatz" herangezogen. Dadurch wird es möglich, Listen zu fälschen und Häftlinge vor der SS zu schützen.
Ihr Mann Willi wird von Mauthausen nach Auschwitz überstellt
1944 Nachdem Liesbeth Hamann ein zweites Kind zur Welt gebracht hat, kümmert sich Ilses Schwester Melanie um Sohn Werner.
28.04.1945 Räumung des KZ Ravenbrück . Die Häftlinge werden auf den Todesmarsch getrieben.
29.04.1945 Gemeinsam mit Erika Buchmann und Nadja, einer Jugoslawin, flüchtet sie während des Todesmarsches in die Wälder.
01.05.1945 Nach zwei bangen Nächten im Wald, Befreiung durch die Rote Armee.
Rückkehr nach Ravensbrück, um verbliebene Häftlinge zu pflegen.
Ende Juni 1945 Heimkehr nach Leipzig, glückliches Wiedersehen mit ihrem Mann Willi und Sohn Werner.
1946 Neben der Mitarbeit beim VVN und breitem gesellschaftlichen Engagement, widmet sie ihre Zeit vor allem ihrem Sohn Werner.
1950 Geburt ihres zweiten Sohnes, Hans (mein Vater)
1953 Arbeit in der Stadbezirksleitung der SED, Qualifikation zur Instrukteurin und später zur Abteilungsleiterin
1968 Ausscheiden aus dem Berufsleben
1976 Tod von Willi Hunger
1982 Umzug nach Berlin, weiterhin starkes  Engagement u.a. in der "Lagerarbeitsgemeinschaft Ravensbrück" und im "Komitee antifaschistischer Widerstandskämpfer"
13.8.1989 Tod von Ilse Hunger, Beisetzung auf dem Leipziger Südfriedhof
 

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